Führerschein auf Probe

2 Phasen Ausbildung oder Fahrausweis auf Probe

Erste Phase
Nach bestandener praktischer Führerprüfung der Kat. A (Töff) oder B (Auto), wird der Führerausweis auf Probe abgegeben. Er ist 3 Jahre gültig. In dieser Zeit muss die WAB besucht werden.

!Wichtiger Hinweis!
Der Neulenker muss aktiv werden! Es gibt keine Benachrichtigung und keine Aufforderung zum Besuch der WAB!

Zweite Phase: WAB (WeiterAusBildung)
1. Kurstag: Dauer 8 Std.
Du „er-fährst wie man gefährliche Verkehrssituationen frühzeitig erkennen und diese vermeiden kann. Partnerschaft im Verkehr ist ein Thema. Du lernst auch die fahrphysikalischen Zusammenhänge beim Bremsen und Kurven fahren kennen.
Dieser Kurstag findet auf einer speziellen Piste statt.

2. Kurstag: Dauer 8 Std.
Du „er-fährst etwas über dein eigenes Fahrverhalten. Der Kurs soll dein Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten schärfen, deinen Verkehrssinn und das partnerschaftliche Fahren optimieren.
Das umweltschonende und somit Kosten sparende Fahren wird vertieft. An diesem Kurstag nimmst du teilweise im normalen Strassenverkehr teil.

Der Besuch der WAB wird im Zentralregister SARI (System, Administration, Registrierung, Information) .eingetragen. Trotz WAB, die Probezeit läuft weiter!

Wann wird der unbefristete Führerausweis ausgestellt?

Die Zulassungsbehörde erteilt den unbefristeten Führerausweis nach Ablauf der Probezeit auf Gesuch hin, wenn der Gesuchsteller die obligatorische Weiterausbildung besucht hat. Der Nachweis der Teilnahme an der Weiterausbildung erfolgt mit den Bescheinigungen der  für die beiden Kurstage auf dem offiziellen Gesuchsformular, welches der Inhaber des Führerausweises auf Probe frühestens einen Monat vor dem Ablaufdatum des Führerausweises auf Probe beim Strassenverkehrsamt des Wohnortskantons einzureichen hat.(Art. 15a Abs. 2 SVG, Art. 24b Abs. 1 und 27d und Anhang 4a VZV)

Sanktionen während der Probezeit
Achtung:
Wer die Weiterausbildung nicht absolviert und nach dem Ablauf des Führerausweises auf Probe ein Motorfahrzeug führt, wird wegen Fahrens ohne Führerausweis bestraft.
Die Erteilung eines neuen Lernfahrausweises ist während mindestens sechs Monaten nach der Widerhandlung ausgeschlossen.

Welche Möglichkeit besteht, wenn die Weiterausbildung während der Probezeit nicht besucht wurde?
Hat der Inhaber des Führerausweises auf Probe die Weiterausbildung während der Probezeit nicht besucht, und will er Motorfahrzeuge der Kategorien und Unterkategorien führen, so muss er die Weiterausbildung in einer Nachfrist von drei Monaten nachholen. Sobald der Ausweisinhaber der Zulassungsbehörde die Anmeldebestätigung des  vorweist, stellt sie ihm eine auf die beiden Kurstage beschränkte Fahrbewilligung aus.
Hat der Inhaber des Führerausweises auf Probe die Weiterausbildung während der Nachfrist nicht absolviert, und will er Motorfahrzeuge der Kategorien und Unterkategorien führen, so muss er ein Gesuch um einen Lernfahrausweis stellen. Nach der Absolvierung der vorgeschriebenen Ausbildungen und Führerprüfungen stellt die Zulassungsbehörde einen neuen Führerausweis auf Probe aus.(Art. 24b Abs. 2 und 3 VZV)
Wird während der Wartezeit gefahren = 2 Jahre Wartezeit + verkehrspsychologischer  Eignungstest = neuer LFA
Das alles ist nicht gratis: Busse, je nach Einkommen bis Fr. 5000.— (!), Verfahrenskosten, Gebühren, Verkehrspsychologischer Eignungstest (ca. Fr. 800.—).

Kaskadensystem
Eine Kaskade ist ein mehrstufiger Wasserfall: Das Wasser fällt in immer grössere Mulden.
Dieses Prinzip wird bei Verkehrsregelverletzungen angewandt.
Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen verschieden schweren Widerhandlungen gegen die Verkehrsregeln:
- Sehr leichte Widerhandlung
- Bagatell Widerhandlung
- Leichte Widerhandlung (LW)
- Mittelschwere Widerhandlung (MW)
- Schwere Widerhandlung (SW)

Sehr leichte Widerhandlung sind zum Beispiel: Beim Parkieren: Leichte Beschädigung (Kratzer, kleine Delle etc.) an anderen Fahrzeugen, wenn der Verursacher seine Personalien (Name, Tel. Nummer etc.) angibt; Zettel unter Scheibenwischer des Geschädigten klemmen, oder bei der Polizei melden.
Keine Strafen oder sonstigen Sanktionen.
Nicht melden = Fahrerflucht = schwere Widerhandlung!

Bagatell Widerhandlungen, die einen Ordnungsbussenbestand erfüllen, z.B.: Parkbussen, kleine Geschwindigkeitsübertretungen, Fahren ohne Gurt/Helm etc. werden mit einer Busse bestraft – und die Sache ist erledigt.

Leichte Widerhandlungen gelten als Übertretung, z.B.: Geschwindigkeitsübertretungen:
Innerorts           16 km/h bis 20 km/h
Ausserorts:        26 km/h bis 29 km/h
Autobahn:         31 km/h bis 34 km/h
Alkohol:            0,5 bis 0,79 Promille

Administrativmassnahme: Verwarnung, Probezeit 5 Jahre!
Strafrechtliche Sanktion: Einkommensabhängige Busse , Verfahrenskosten, Gebühren. Das kann sehr schnell ans Portemonnaie gehen.
2 LW = 1 MW; z.B.: Geschwindigkeit und Alkohol!

Mittelschwere Widerhandlungen sind Vergehen, z.B.:
Geschwindigkeitsübertretungen:
Innerorts:          21 km/h bis 24 km/h
Ausserorts:        26 km/h bis 29 km/h
Autobahn:           31 km/h bis 34 km/h
Alkohol:              0.8 Promille

Administrativmassnahme: Ausweisentzug mindestens (!) 1 Monat.
Strafrechtliche Sanktion: Einkommensabhängige Busse, Gebühren, Verfahrenskosten etc. Dies geht ans Portemonnaie!

Schwere Widerhandlung sind Vergehen, z.B.: Geschwindigkeitsübertretungen:
Innerorts:          25 km/h und mehr
Ausserorts:        30 km/h und mehr
Autobahn:           35 km/h und mehr
Alkohol:              0,8 Promille und mehr
Drogen:             Null Toleranz (Joint geraucht vor oder während der Fahrt).

Administrativmassnahme: Ausweisentzug mindestens 3 Monate.
Strafrechtliche Sanktion: Einkommensabhängige Busse und/oder Gefängnis. Dazu Gebühren, Verfahrenskosten etc. Dies geht ans Portemonnaie!
Wird jemand innert 10 (!) Jahren noch einmal bei einer leichten bis schweren Verkehrsregelverletzung erwischt gilt er als Wiederholungstäter. Jetzt kommt das Kaskadensystem zum tragen:
Ausweisentzüge werden mindestens doppelt (!) so lange wie beim ersten Mal verfügt!
Die strafrechtlichen Sanktionen sind nach dem neuen Recht – ab 1.1.2007 – noch nicht bekannt.
Es scheint jedoch sicher, dass bei schweren Widerhandlungen (Raserunfälle) die beteiligten Fahrzeuge vermehrt beschlagnahmt werden.

Bei erneuten Widerhandlungen, die mittelschwer oder schwer sind, verlängern sich die Mindestentzugsdauern stufenweise (Kaskade). Bei drei schweren Widerhandlungen oder vier mittelschweren Widerhandlungen innert 10 Jahren wird der Ausweis neu auf unbestimmte Zeit (mindestens aber für zwei Jahre) entzogen. Kann der auf diese Weise entzogene Ausweis wiedererteilt werden und begeht der Inhaber eine erneute Widerhandlung, wird ein Entzug für immer ausgesprochen.

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